4. Potentiale (Teil 2)


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4.2 Potentiale von EDI

Die Potentiale von EDI ergeben sich, wenn anstelle des traditionellen Datenaustauschs via Papier das Ganze elektronisch übermittelt wird (vgl. Kapitel "Schnittstellen"). Weitere Potentiale ergeben sich, wenn EDI nicht nur als ein Wechsel des Transportmittels verstanden wird, sondern mit der Einführung von EDI eine Neugestaltung der betroffenen Prozesse (® Business Process Reengineering) verbunden ist.

Im Folgenden werden wichtige Potentiale von EDI beschrieben, wobei in "arbeitsplatz-/ abteilungsbezogene" und "unternehmensbezogene" Nutzeffekte unterteilt wird (vgl. [Schum92]). Dabei sind vor allem die unternehmensbezogenen Effekte bei einer Kosten-/ Nutzen-Analyse oft sehr schwierig zu bewerten und zuzuordnen. Bei dieser Kategorie besteht zwischen EDI und dem resultierenden Nutzen nur ein indirekter, aber nicht zu vernachlässigender Zusammenhang.

Der Nutzen der "arbeitsplatz-/abteilungsbezogenen" Effekte kann oft exakter bestimmt und zugeordnet werden. Die Nutzeffekte dieser Kategorie lassen sich im Wesentlichen unterscheiden in Transportkosten-Reduktion, Transportzeit-Verkürzung (und deren Konsequenzen) und Qualitätssteigerung der Prozesse.

 

Abbildung 7

Es gilt zu beachten, dass die Kategorien nicht eindeutig abgrenzbar sind und Nutzeffekte sich gegenseitig beeinflussen.

 

4.2.1 Arbeitsplatz-/abteilungsbezogene Nutzeffekte

Transportkosten

Durch den Wechsel vom traditionellen Datenaustausch via Papier zur elektronischen Übermittlung werden die Transportkosten gesenkt. Der Materialverbrauch geht im Vergleich zum Briefverkehr oder Telefax zurück. Dabei können insbesondere die Kosten für das Papier, die Verpackung und das Porto reduziert werden. Zudem können auf diese Art Personalkosten gespart werden, welche durch das Suchen, Ausdrucken, Verschicken/Überbringen und Archivieren von Dokumenten anfallen.

Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit der direkten maschinellen Weiterverarbeitung: Weil die Struktur der elektronischen Nachrichten und die Bedeutung der einzelnen Datenfelder bekannt ist, können die Daten automatisch vom Empfängersystem in der Datenbank gespeichert bzw. weiterverarbeitet werden. Somit müssen die Daten beim Empfänger also nicht neu eingegeben werden. (Dieser Aspekt hat wiederum Einfluss auf die Personalkosten und die Transportzeit.)

 

Transportzeit

Während der herkömmliche Austausch unter Umständen mehrere Tage benötigt, erfolgt die elektronische Übermittlung in Sekunden. Daraus resultiert eine Reihe von Konsequenzen:

Bei Bestellungen können Zeitvorteile im Zahlungseingang für die liefernde Institution erzielt werden. Eine Abnahme der Debitorenausstände und somit ein geringerer Kapitalbedarf sind die Folge.

Durch eine rasche und kostengünstige Übermittlung ist eine Zunahme der Bestell- und Lieferhäufigkeit möglich, was einen kleineren Lagerbestand und somit eine verminderte Kapitalbindung zur Folge hat. Fehler werden früher erkannt und können schneller behoben werden.

 

"Schneller verfügbare Informationen" bedeutet, dass der Empfänger mehr Informationen zur Verfügung hat; dies kann bei der Behandlung eines Patienten - vor allem in Notfällen - von immensem Nutzen sein. Durch die Zeiteinsparung wird eine schnellere Entscheidungsfindung ermöglicht, was sich im Krankenhaus in einer Steigerung der Behandlungsqualität und einer Reduktion der Behandlungszeit niederschlägt. Als Folge davon kann unter Umständen eine kürzere Aufenthaltsdauer der Patienten und somit eine Reduktion der Personalkosten und Bettbelegung resultieren. Für das Krankenhaus kann sich ein zusätzlicher Nutzen ergeben, wenn die Leistungsdaten sofort an die Buchhaltung übermittelt werden, so dass dort die Rechnung erstellt und ohne grosse Verzögerung verschickt werden kann.

 

Qualität der Prozesse

Bei der Qualität der Prozesse können zwei Fälle unterschieden werden: Einerseits wird die Qualität der herkömmlichen Prozesse (IST) erhöht, und andererseits können mit der Einführung von EDI die Prozesse ergänzt werden, was sich ebenfalls in Form einer Qualitätssteigerung bemerkbar macht.

Weil die Daten nicht neu eingegeben werden müssen, werden Erfassungsfehler reduziert, und die damit verbundenen Fehlerprozeduren entfallen. Durch den Einsatz der EDV können die Austauschbeziehungen protokolliert werden, was das Nachvollziehen der Vorgänge erleichtert.

Ein wesentlicher Vorteil beim elektronischen Datenaustausch besteht darin, dass durch die rasche und günstige Kommunikation oft mehr, präzisere Informationen vorhanden sind. Als Folge dieser zusätzlichen Informationen können weitere Nutzeffekte resultieren wie beispielsweise eine bessere Entscheidungsfindung (® Steigerung der Behandlungsqualität und damit Senkung der verbundenen Folgekosten) oder bessere Kostenzurechnung. Es werden zusätzliche Funktionalitäten ermöglicht, indem zuvor getrennte Daten kombiniert werden können, und Doppelarbeiten können eliminiert werden. Weniger Rückfragen aufgrund eines breiteren Wissens und somit eine Senkung der Personalkosten können die Folge sein.

 

4.2.2 Unternehmensbezogene Nutzeffekte

(vgl. [Schu96])

Ein nichtquantifizierbarer Nutzen von EDI ist die Aufwertung des Images der Unternehmung. Durch hohe Qualität und Schnelligkeit kann das Ansehen der Firma steigen. Der Einsatz moderner Technologien signalisiert, dass die Verwaltung und Ärzteschaft gewillt ist, sich ständig zu aktualisieren, und fördert somit das Vertrauen der Kunden und Patienten in die eingesetzten Methoden und Verfahren.

Durch den Einsatz von EDI fallen gewisse Routinetätigkeiten wie beispielsweise das Neuerfassen weg. Dadurch können die Mitarbeiter für andere, anspruchsvollere und abwechslungsreichere Arbeiten (Job Enrichment) eingesetzt werden. Eine höhere Arbeitszufriedenheit ist die Folge.

Wenn die Kommunikationsinfrastruktur mit einem Geschäftspartner aufgebaut ist, ergeben sich für beide Institutionen kostengünstigere Transaktionen als mit anderen Unternehmen. Die bestehenden Beziehungen werden ausgebaut und gefestigt. Eine enge Kooperation ist die Folge.

[Schum92] nennt die folgenden strategischen Nutzeffekte:

 

4.2.3 Bemerkungen

Um die oben genannten Potentiale tatsächlich auszuschöpfen, gilt es, verschiedene Aspekte zu beachten:

 

4.2.4 Quelle

Die Unterteilung in "arbeitsplatz-/abteilungsbezogene" und "unternehmensbezogene" Nutzeffekte und einige Beispiele wurden von [Schum92] übernommen. Nutzeffekte wurden in Anlehnung an [Schu96] aufgeführt und durch Beschreibungen aus [Schm92] ergänzt.

 

 

4.3 Vergleich von Potentialen und Möglichkeiten

In Abhängigkeit der Einsatzmöglichkeiten des elektronischen Datenaustauschs ergeben sich unterschiedliche Potentiale. Im Kapitel "Gesundheitswesen" wurden wichtige Datenflüsse aufgeführt, welche als Kandidaten für den elektronischen Datenaustausch in Frage kommen. Im Folgenden wird nun gezeigt, welche Potentiale mit den jeweiligen Kandidaten verbunden sind. Dabei wird angegeben, inwieweit die wichtigen Standards (HL7, DICOM, EDIFACT) die betreffenden Möglichkeiten unterstützen und somit zur Ausschöpfung dieser Potentiale beitragen.

Möglichkeiten, Potentiale und Standards werden in einer Tabelle miteinander verglichen und bewertet. Dadurch soll es dem Leser ermöglicht werden, sich einen Überblick über die Situation im Gesundheitswesen zu verschaffen. Für eine Kosten-/ Nutzen-Analyse einzelner Möglichkeiten sind allerdings detailliertere Untersuchungen nötig, da insbesondere keine Angaben zu den Kosten gemacht werden und Mengenangaben nur implizit in die Bewertung eingeflossen sind.

Die Potentiale, welche in der Tabelle aufgeführt werden, stellen eine Auswahl aus der Aufzählung des Kapitels "Potentiale von EDI" dar. Es sind ausschliesslich "arbeitsplatz-/ abteilungsbezogene" Effekte, weil sie besser zugeordnet werden können; die unternehmensbezogenen Effekte sind oft nur indirekt verbunden.

Beim Aufzählen von Potentialen stellt sich immer auch die Frage, wem der Nutzen schlussendlich zugute kommt. Wo diese Zuordnung aus dem Sachverhalt nicht abgeleitet werden kann, befindet sich in der Tabelle ein entsprechender Vermerk.

Bei der Beurteilung des Potentials "Reduktion von Neueingaben" ist von ausschlaggebender Bedeutung, ob die Daten beim Empfänger überhaupt in den Computer eingegeben werden. Beim herkömmlichen Austausch von medizinischen Berichten dürfte dies kaum der Fall sein, womit ein entsprechendes Potential nicht freigesetzt wird (® Business Process Reengineering).

Bei den Datenflüssen vom Patienten zu einer anderen Institution (und umgekehrt) ist eine Übermittlung via Patientenkarte zweckmässig. Die Standards "HL7" und "EDIFACT" unterstützen dabei zwar in den meisten Fällen den Datenaustausch mit entsprechenden Nachrichtentypen, trotzdem müssen bei dieser Technik zusätzliche Überlegungen zu den Standards gemacht werden.

Beim Vergleich zwischen den Möglichkeiten, Potentialen und Standards erfolgt eine abgestufte Beurteilung. Es gelten die folgenden Ordinalskalen:

 

Möglichkeiten Potentiale

leer: nicht zutreffend

1/4: teilweise zutreffend; (geringer) Nutzen vorhanden

1/2: zutreffend; Nutzen vorhanden

3/4: zutreffend; grosser Nutzen

1: trifft vollständig zu; erheblicher Nutzen

Möglichkeiten Standards

leer: wird vom Standard nicht unterstützt

è : wird vom Standard unbedeutend unterstützt

ì : wird vom Standard teilweise unterstützt

é : wird vom Standard weitgehend unterstützt

 

Gesundheitswesen ausserhalb des Krankenhauses

Möglichkeiten des elektronischen Datenaustauschs

Potentiale

Standards

Bemerkungen

Papier / Verpackung

Porto

Transport-Personalkosten

Neueingabe

Debitorenausstände / Lagerbestand

Schnellere Entscheidungsfindung

Erfassungsfehler

präzisere Informationen

DICOM

HL7

EDIFACT

Faktura von Apotheke zur Krankenkasse

3/4

3/4

1/2

3/4

3/4

 

1/4

 

 

é

é

  • weniger Debitorenausstände bei Apotheke
  • EDIFACT: vgl. MediData

Faktura von Apotheke zur Abrechnungsstelle

3/4

3/4

1/2

3/4

3/4

 

1/4

 

 

é

é

  • weniger Debitorenausstände bei Apotheke
  • EDIFACT: vgl. MediData
  • Für den Rechnungsaustausch wird häufig von den Apotheken der Standard "RESO" (Schweizer Standard) verwendet.

Faktura von Abrechnungsstelle zur Krankenkasse

1

3/4

3/4

3/4

3/4

 

1/4

 

 

é

é

  • EDIFACT: vgl. MediData

Bestellungen der Apotheken bei Händlern, Herstellern und Grossisten

1/2

1/2

1/2

1/2

1/2

 

1/2

 

 

é

é

  • kleineres Lager in Apotheke
  • EDIFACT: vgl. MediData und EDIPHARMA

Patientendaten vom Patienten zur Apotheke

 

 

 

1/2

 

1/4

1/4

1/2

 

è

è

 

Rezept vom Arzt zur Apotheke

1/4

 

1/4

1/4

1/4

 

 

 

 

é

è

  • Patient muss sich nicht ums Rezept kümmern, dafür eingeschränkte Wahl der Apotheke
  • Apotheke kann sich auf Nachfrage einrichten

Rezept vom Patienten zur Apotheke

1/4

 

 

1/4

 

1/4

1/2

1/4

 

è

è

 

Nachschlagewerke von diversen Anbietern zur Apotheke

1/2

 

1/4

 

 

1/4

 

1/2

 

ì

ì

  • Nachschlagewerke sind meistens bereits elektronisch vorhanden, so dass zusätzlicher Nutzen durch EDI nur mit schnelleren Updates entsteht.

Liste zur Unterscheidung von Medikamenten vom Bund / Anbieter zur Apotheke

1/2

 

1/4

 

 

1/4

 

1/2

 

ì

ì

  • Listen sind oft bereits elektronisch vorhanden, so dass zusätzlicher Nutzen durch EDI nur mit schnelleren Updates entsteht.

Diverse Datenflüsse vom Patienten zum Krankenversicherer

 

 

 

1/4

 

1/4

1/4

 

 

è

è

 

Diverse Datenflüsse vom Krankenversicherer zum Patienten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

è

è

  • Ein Nutzen resultiert nur, wenn der Patient die erhaltenen elektronischen Daten weitergeben kann (Spital, Apotheke,...)

Faktura vom Labor an Krankenkasse

3/4

3/4

1/2

3/4

3/4

 

1/4

 

 

é

é

  • EDIFACT: vgl. MediData

Kostengutsprache-Anfrage& Meldung über Patientenannahme vom Spital zur Krankenkasse

1/2

1/2

1/2

1/4

 

1/2

1/4

 

 

é

é

  • EDIFACT: vg. MediData

Kostengutsprache-Bestätigung von der Krankenkasse zum Spital

3/4

3/4

1/2

1/2

 

3/4

1/2

1/4

 

é

é

  • EDIFACT: vg. MediData

Faktura vom Spital zur Krankenkasse

3/4

1/2

1/2

3/4

1/2

 

1/4

 

 

é

é

  • EDIFACT: vg. MediData

Auskünfte/Anfragen zur Behandlung von Patienten zwischen Arzt und Krankenkasse

1/4

1/4

1/4

 

 

1/4

1/4

1/4

 

é

è

  • Nur sinnvoll, wenn die Daten strukturiert sind; ansonsten ergibt sich kein zusätzlicher Nutzen und ein Telefongespräch kann beispielsweise sehr viel zweckmässiger sein.

Diagnoseschlüssel, Zahlstellenregister, Tarifschlüssel und Ärzte-/Spitäler-/Apotheker-/Kundenadressen von Anbietern zur Krankenkasse

 

 

1/4

1/4

 

1/4

 

1/2

 

ì

ì

  • Häufig bereits elektronisch vorhanden; Vorteile von EDI liegen im schnelleren Update.

Personaldaten vom Patienten zum Arzt

 

 

1/4

1/4

 

 

1/4

 

 

è

è

 

Daten für die Krankengeschichte vom Patienten zum Arzt.

1/4

 

1/4

1/2

 

3/4

 

3/4

é

è

è

  • DICOM unterstützt nur im Rahmen von digitalen Bildern (und dazugehörenden Angaben)

Faktura vom Arzt zum Patienten

3/4

3/4

 

 

 

 

 

 

 

è

è

  • Mittels Patientenkarte

Faktura vom Arzt zur Krankenkasse

3/4

3/4

1/2

3/4

1/2

 

1/4

 

 

é

é

  • Debitorenausstände beim Arzt geringer
  • EDIFACT: vgl. MediData

Faktura vom Arzt zur Ärztekasse

1/2

1/2

1/4

3/4

1/2

 

1/4

 

 

é

é

  • Debitorenausstände beim Arzt geringer
  • EDIFACT: vgl. MediData

Laborauftrag vom Arzt zum Labor

1/4

1/4

1/4

1/4

 

1/4

1/4

1/4

 

é

é

  • Materialproben müssen - sofern sie nicht bereits im Labor sind - über den herkömmlichen Weg übermittelt werden.
  • EDIFACT: vgl. MediData

Laborbefund vom Labor zum Arzt

1/2

1/2

1/4

1/2

 

3/4

1/4

1/4

 

é

é

  • EDIFACT: vgl. MediData

Bestellung vom Arzt zum Hersteller/Händler/Apotheker

1/4

1/4

1/4

1/4

1/2

 

1/2

 

 

é

é

  • EDIFACT: vgl. MediData, EDIPHARMA

Rechnung vom Hersteller/Händler/Apotheker zum Arzt

1/2

1/2

1/2

 

1/2

 

 

 

 

é

é

  • Debitorenausstände des Lieferanten geringer
  • EDIFACT: vgl. EDIPHARMA

Patientendaten vom Arzt zum Arzt/Spital

 

 

1/4

1/2

 

3/4

1/4

1/2

é

é

ì

  • DICOM unterstützt nur im Rahmen von digitalen Bildern (und dazugehörenden Angaben)

Auskünfte / Anfragen / Bestätigungen zwischen Arzt und Spitex / Altersheim /...

1/4

1/4

1/4

 

 

1/4

 

 

 

é

è

  • Nur sinnvoll, wenn die Daten strukturiert sind; ansonsten ergibt sich kein zusätzlicher Nutzen und ein Telefongespräch kann beispielsweise sehr viel zweckmässiger sein.

Nachschlagewerke von verschiedenen Anbietern zu den Ärzten.

1/4

1/4

1/4

 

 

1/2

 

1/2

 

ì

ì

 

 

 

 

Das Krankenhaus

Möglichkeiten des elektronischen Datenaustauschs

Potentiale

Standards

Bemerkungen

Papier / Verpackung

Porto

Transport-Personalkosten

Neueingabe

Debitorenausstände / Lagerbestand

Schnellere Entscheidungsfindung

Erfassungsfehler

präzisere Informationen

DICOM

HL7

EDIFACT

Personalien der Patienten

1/2

 

1/2

3/4

 

1/4

1/2

1/4

 

é

é

 

Patientenkerndaten

1/4

 

3/4

1

 

 

1/2

1/4

 

é

é

 

Patienteneinsatzplanung

1/4

 

1/2

1/4

 

1/4

1/4

1/2

 

é

 

  • Angabe, welcher Patient in welchem Raum untergebracht ist (Bett); Patientenzuordnung zum OP-Saal usw.

Statistiken / Auswertungen / Führungskennzahlen

 

 

1/4

1/2

 

1/2

1/4

3/4

 

ì

?

 

allg. beanspruchte Dienste der Patienten

1/4

 

1/2

1/2

 

 

1/2

3/4

 

é

ì

 

Personalien der Mitarbeiter

1/4

 

1/4

1/2

 

 

 

1/4

 

é

é

 

Personaleinsatzplanung

1/4

 

1/2

1/4

 

1/4

1/4

1/2

 

é

 

 

Angaben über beanspruchte Dienste und Einkäufe des Personals

1/4

 

1/2

1/2

 

 

1/2

3/4

 

?

?

 

Richtlinien, Vorschriften, Arbeitsanweisungen für das Personal

1/4

 

1/4

1/4

 

 

 

1/4

 

ì

è

 

Lohnabrechnungen der Mitarbeiter

1/4

 

1/4

1/2

 

 

 

 

 

 

é

 

Faktura (an Patient bzw. Krankenkasse)

1/2

1/2

1/2

3/4

1/2

 

1/4

 

 

é

é

  • EDIFACT: vgl. MediData

Faktura von Lieferanten / Dienstleistern

3/4

3/4

1/2

1/4

1/2

 

1/4

 

 

?

é

  • EDIFACT: vgl. EDIPHARMA

Materialeinsatzplanung / Materialreservation

1/4

 

1/2

1/4

 

1/2

1/4

1/2

 

é

 

 

Lagerbestand

 

 

1/2

 

 

1/2

 

1/2

 

?

é

 

Materialbestellung

1/4

1/4

1/4

3/4

3/4

 

1/4

 

 

é

é

  • EDIFACT: vgl. EDIPHARMA
  • kleinerer Lagerbestand

Raumverwaltung

1/4

 

1/2

1/4

 

1/4

1/4

1/2

 

é

 

 

Leistungsdaten

1/2

 

1/2

1

 

 

1/2

1/2

 

é

ì

 

Diagnosen / Befundbericht

1/2

 

1/4

 

 

3/4

 

3/4

 

é

ì

 

Anamnese

1/2

 

1/4

 

 

1/2

 

1/2

 

é

 

 

Überweisungsauftrag / Entlassungsschreiben

1/4

 

1/4

 

 

 

 

1/2

 

é

 

  • EDIFACT: Nachrichtentyp "Entlassungsschreiben" ist in Bearbeitung.

Krankengeschichte

1/4

 

1/4

 

 

1/2

 

3/4

é

ì

è

  • DICOM unterstützt nur im Rahmen von digitalen Bildern (und dazugehörenden Angaben)

Falldaten

1/4

 

1/4

 

 

3/4

 

3/4

é

ì

è

  • DICOM unterstützt nur im Rahmen von digitalen Bildern (und dazugehörenden Angaben)

Auftragsdisposition

1/2

 

1/2

 

 

1/2

 

3/4

 

ì

ì

 

Behandlungsdokumentation

1/2

 

1/2

 

 

1/4

 

1/2

é

ì

è

  • DICOM unterstützt nur im Rahmen von digitalen Bildern (und dazugehörenden Angaben)

Behandlungsbericht

1/2

 

1/2

 

 

1/4

 

1/2

é

é

ì

  • DICOM unterstützt nur im Rahmen von digitalen Bildern (und dazugehörenden Angaben)

Auftragsanfragen

1/2

1/4

1/2

 

 

1/2

 

1/4

 

é

ì

 

Messresultate

1/2

1/2

1/4

 

 

3/4

 

1/4

é

é

ì

  • DICOM unterstützt nur im Rahmen von digitalen Bildern (und dazugehörenden Angaben)

Fachliteratur und allg. Berichte

1/2

1/4

 

 

 

1/4

 

1/2

 

ì

ì

 

Codetabellen

1/2

 

1/4

1/4

 

 

1/4

1/2

 

ì

ì

 

Bilder

1/2

 

1/2

 

 

1/2

 

 

é

 

 

  • Präzisere Informationen beim Austausch von digitalen Bildern können nur in Kombination mit Text gemacht werden.

Laboraufträge / -Ergebnisse

1/2

1/2

1/2

 

 

3/4

 

1/4

 

é

é

  • EDIFACT: vgl. MediData

 

Quelle

Die Bewertungen und Einschätzungen der Potentiale in der Tabelle entsprechen der Meinung des Autors und basieren auf den Erfahrungen, welche während der hier vorliegenden Semesterarbeit gewonnen wurden. Die Tabelle ist nicht das Ergebnis einer Umfrage!

 

 

4.4 Schlussfolgerungen

Mit dem elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen ist eine Fülle von Potentialen verbunden, und die oben aufgeführte Liste darf sicherlich nicht als abschliessend verstanden werden. Oft kann der resultierende Nutzen nur sehr schwierig bewertet werden. Es können einzelne Bereiche oder die Unternehmung als Ganzes direkt oder indirekt betroffen sein.

Für das Gesundheitswesen ausserhalb des Krankenhauses sind die allgemeinen Einsatzmöglichkeiten des elektronischen Datenaustauschs relativ gut erkennbar. Vor allem die elektronische Übermittlung der Faktura vom Leistungserbringer zum Kostenträger insbesondere wegen der anfallenden Menge ist mit enormen, "klassischen" Potentialen verbunden wie Reduktion der Transportkosten, Verkürzung der Transportzeit und Wettbewerbsvorteile für die Unternehmung.

Eine Qualitätssteigerung verspricht die elektronische Übermittlung von medizinischen Berichten und Aufträgen (vgl. nachfolgenden Abschnitt).

 

Die Einsatzmöglichkeiten des elektronischen Datenaustauschs innerhalb des Krankenhauses können nur sehr viel schwieriger und differenzierter bestimmt werden und hängen sehr stark von der jeweiligen Ausgangslage in einem Spital ab.

Mit dem elektronischen Austausch von administrativen Patientendaten (insbesondere Patientenkerndaten) und Leistungsdaten werden grundlegende Bedürfnisse abgedeckt. Der grösste Nutzen resultiert dabei in einer Vermeidung von Neuerfassungen und somit einer Reduktion der Personalkosten. Durch die elektronische Übermittlung von medizinischen Berichten und Aufträgen können die Informationen schneller ausgetauscht werden. Wegen der kostengünstigen Kommunikationsbeziehung dürften zudem auch mehr (präzisere) Informationen übermittelt werden. Dadurch steigt die Qualität der Untersuchungen, Befunde und Behandlungen, was indirekt wiederum zu beachtlichen Kostensenkungen führt.

Mit einer Reorganisation der Prozesse und der Verwendung von "verbreiteten" Standards können die Potentiale voll ausgeschöpft werden. Zu den wichtigsten Standards in diesem Bereich zählen "HL7", "DICOM" und "EDIFACT", wobei sie folgende Stärken und Schwächen aufweisen:

 

DICOM: Wie der Name "Digital Imaging and Communications in Medicine" bereits andeutet, können mit diesem Standard medizinische Bilder elektronisch ausgetauscht werden. Durch den Standard werden Informationen, welche zu den Bildern gehören, ebenfalls unterstützt und können übermittelt werden.

Von den Bildern unabhängige Informationen können nicht ausgetauscht werden, weshalb DICOM alleine nur für einen eingeschränkten Bereich eingesetzt werden kann. Um die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und Potentiale zu nutzen, muss DICOM somit in Kombination mit anderen Standards eingesetzt werden.

 

HL7: Der ursprünglich amerikanische Standard hat sich zu einem internationalen Standard für den elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen und insbesondere innerhalb des Krankenhauses gewandelt. Der Standard beinhaltet eine Vielzahl von Nachrichtentypen, welche speziell auf die Bedürfnisse des Krankenhauses zugeschnitten sind. Die Stärke von HL7 liegt vor allem bei Textdaten, wobei durch den Standard in jüngster Zeit vermehrt auch andere Bereiche (Bsp.: EKG) unterstützt werden und eine Expertengruppe an einer Annäherung zu DICOM arbeitet.

 

EDIFACT: Als internationaler und branchenunabhängiger Standard unterstützt EDIFACT vor allem den elektronischen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Institutionen im Gesundheitswesen. Durch die "breite" Verwendung des Standards existiert in der Schweiz ein fundiertes Wissen im Umgang mit EDIFACT, während HL7 in der Schweiz nur vereinzelt eingesetzt wird und Erfahrungen zuerst noch gesammelt werden müssen. Durch den Einsatz von EDIFACT können EDI-Beziehungen zwischen Unternehmungen flexibel, branchenunabhängig ausgebaut werden. Der Nachteil des Standards liegt in den Nachrichtentypen: Während HL7 speziell auf das Krankenhaus ausgerichtet ist und dementsprechend eine massgeschneiderte und umfangreiche Lösung anbietet, werden bei EDIFACT weniger Nachrichtentypen für das Gesundheitswesen angeboten und weniger Anforderungen abgedeckt.

EDIFACT deckt zwar mehrere Branchen ab und hat eine breitere Spannweite, geht dafür aber nicht so genau auf spezifische Bedürfnisse im Bereich Gesundheitswesen und insbesondere auf Spitäler ein.

 


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